"Der Schlüssel liegt in der Vernetzung"

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5.5. Elektrisch und vernetzt: Smarte Fahrrad­mobilität ergänzt den Mobilitätsmix

Neben dem ÖPNV und Carsharing ist die sogenannte „Letzte Meile“ ein weiterer Schlüsselbaustein moderner Mobilitätskonzepte: Öffentliche Verkehrsmittel oder stationsbasiertes Carsharing bringen den Nutzer zu fest­gelegten Stationen – von dort aus muss der Nutzer die letzte Strecke individuell zurücklegen. Fahrräder und E-Bikes ergänzen den Mobilitätsmix.

Intelligent durch Apps miteinander vernetzt, können sich beide Verkehrsmittel hervorragend ergänzen. Denn viele Berufs- und Gelegenheitspendler sind flexibel, wenn es um die Wahl der Verkehrsmittel geht. Smart Cities, in denen sie mittels intelligenter Apps immer das ideale Verkehrsmittel finden, um schnell von A nach B zu kommen, stehen des­halb im Fokus der Mobilitätsbranche. Sie könnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Pendler öfter auf das Auto verzichten, wenn sie so schneller ans Ziel kommen.

Allerdings ist ein großer Teil der Angebote und An­bieter zur Fahrradmobilität entweder gar nicht online auffindbar oder auf einer Vielzahl von Websites und Apps verstreut. Hier kommt das Start-up Rydies ins Spiel: Rydies integriert und digitalisiert Informationen, ­Verfügbarkeit und Buchung von Park-, Leih-, Sharing- und Ladeangeboten rund ums Fahrrad (siehe Bild 5). Die Daten lassen sich in die Websites, Apps und Terminals von Nahverkehrsunternehmen integrieren.

Essen Rydies Website

Bild 5: Rydies vernetzt digitale Angebote rund ums Fahrrad. Städte oder Mobilitätsanbieter können diese Informationen in ihre eigenen Angebote integrieren. (Quelle: RYDIES GmbH)

E-Bikes bieten Pendlern dabei zwei große Vorteile: Sie erhöhen die Geschwindigkeit und damit auch die Reichweite von Pendlern. Sie können damit schneller zur nächsten Haltestelle von Bus und S-Bahn kommen und gegebenenfalls auch etwas längere Strecken zurück­legen, um diese zu erreichen. Kein Wunder also, dass die Deutschen allein im vergangenen Jahr 780.000 E-Bikes gekauft haben. Der durchschnittliche Verkaufspreis von knapp 3.000 Euro wird im Alltag jedoch zum Problem.

In der Stadt oder an der S-Bahn-Station im Umland ­besteht immer die Gefahr, dass die teuren Räder gestoh­len oder mutwillig beschädigt werden. Dieser Gedanke wurde zur Initialzündung für Rydies: Das Start-up, an dem sich in-tech und der innogy Innovation Hub als Investoren beteiligen, hat sich zum Ziel gesetzt, Pendlern, Geschäfts­reisenden und Touristen ein Portal für sicheres Parken und weitere Angebote rund ums Fahrrad zu bieten. Dazu gehören per Web oder App abrufbare Informationen zur Anschluss- und Alltagsmobilität, damit das eigene oder ein gemietetes Fahrrad leichter und sicherer für urbane Mobilität auf zwei Rädern genutzt werden kann.

Welchen praktischen Nutzen die Vernetzung von Informationen bieten kann, zeigt die jüngste Koope­ration von Rydies mit dem niederländischen Partner ­Lumiguide. Das Unternehmen erfasst über Kameras mit Infrarot-Lichtquellen die Fahrradparkplätze von Rad­stationen und zeigt Radlern, wo der nächste freie Stellplatz für ihr E-Bike oder Fahrrad ist. Damit verkürzt sich die Fahrzeit zum nächsten freien Platz und erleich­tert den Umstieg auf den ÖPNV. So kann auch die Aus­lastung von Radstationen gemessen und eventueller ­Mehrbedarf an Stellplätzen in Städten lokalisiert werden.

Für die ÖPNV-Unternehmen bietet der Trend zum Fahr­rad und E-Bike eine Chance, um neue Zielgruppen für sich zu gewinnen. Viele Pendler stehen vor dem Problem, nicht schnell genug von der Haustür zum Bahnhof oder vom ­Ankunftsbahnhof zum Arbeitsplatz zu gelangen und des­halb lieber das Auto zu nutzen. Für die sogenannte erste und letzte Meile auf dem Weg zur oder von der Arbeit sind E-Bikes die perfekte Ergänzung zum ÖPNV.

Es liegt daher im Interesse der ÖPNV-Unternehmen, ihre Infrastruktur in Zukunft noch besser auf die spezifischen Bedürfnisse von Radlern und E-Bikern anzupassen. Schließ­lich lassen sich jüngere Generationen vor allem durch ­digitalisierte Angebote leichter als Kunden gewinnen. Sie sind es nämlich heute schon durch Carsharing und ÖPNV-Apps gewohnt, digitale Informationen und Buchungsmög­lichkeiten für ihre Mobilität zu nutzen. Für das Fahrrad gibt es solche Angebote bislang allerdings noch nicht.

Rydies schließt diese Lücke und ermöglicht die Einbin­dung des privaten Fahrrads in die urbane Mobilität. Dazu integriert das Start-up digitalisierte Informationen, Ver­fügbarkeit und Buchungen von Park-, Leih-, Sharing- und Aufladeangebote von Fahrrädern und E-Bikes in die Web­sites, Apps und Terminals von Nahverkehrs­unternehmen. Die ÖPNV-Anbieter können auf dieser Grundlage die Fahrradmobilität intermodal mit ihren eigenen Ange­boten verknüpfen und dazu beitragen, die Städte ein Stück smarter zu machen.

6.6. Der Schlüssel liegt in der Vernetzung

Auf dem Weg zur smarten Mobilität gibt es eine Vielzahl von Lösungen. Im Fokus steht künftig die Integration und Vernetzung verschiedener Dienste: Einzelne Lösungs­bausteine werden individuell angepasst und erfüllen spezifische Aufgaben. Miteinander vernetzt bilden sie das Ökosystem der Smart City, in der die Nutzer mittels ­intelligenter Apps immer das ideale Verkehrsmittel finden.

  • Mai Martin Greenmove

    Autor

    Martin Mai

    Inhaber und Geschäftsführer, greenmove GmbH sowie Managing Director bei XOLO7 GmbH und Ecobi GmbH

  • Kerler Matthias InTech

    Autor

    Matthias Kerler

    Project Manager, in-tech GmbH

     

  • Nelskamp Andreas Rydies

    Autor

    Andreas Nelskamp

    Inhaber und Geschäftsführer, Rydies GmbH

     

  • Mobilittsbausteine Vernetzen Cover

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