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Die Initiative Zukunftsmobilität entwickelt seit 2010 gemeinsam mit ihren Kunden Mobilitätskonzepte, die insbesondere Herausforderungen im ländlichen Raum adressieren. Im Interview äußert sich Gründer Christian Klaiber über den Informationsbedarf in den Kommunen und das Ziel, den Kreis zwischen Elektromobilität und Klimaschutzzielen zu schließen.

Dieser Beitrag ist zuerst in eMobilJournal Ausgabe 04/2018 erschienen.

 

Herr Klaiber, 2010 haben Sie die Initiative Zukunftsmobilität gegründet, die zusammen mit Kunden nachhaltige Mobilitätslösungen insbesondere für den ländlichen Raum erarbeitet. Welche Konzepte sind im ländlichen Raum im Vergleich zur Stadt von Bedeutung?

Christian Klaiber: 2012 habe ich zum ersten Mal öffentlich die Frage gestellt: Welche Probleme lösen wir, wenn wir alle in der Stadt elektrisch fahren? Der Stau verkürzt sich, weil die Elektroautos kompakter sind, habe ich damals gesagt. Gleichzeitig können wir CO₂-Emissionen reduzieren. Wir lösen aber nicht die drängendsten Probleme der Stadt: die Verkehrsdichte, das Parkplatzproblem, die mangelnde Lebensqualität. Das heißt: Wir lösen keine gesellschaftlichen Probleme, sondern nur die technische Aufgabe. In der Stadt brauchen wir andere Mobilitätslösungen als die individuelle Pkw-Lösung.

Die Elektromobilität gehört deshalb für mich nicht in die Stadt und in Ballungsräume, sondern in den ländlichen Raum. Dort kann ich schlechter auf den ÖPNV oder andere Mobilitätslösungen ausweichen und muss viele Strecken mit dem Auto zurücklegen. Selbst Kleinstädte in Mittelzentren im ländlichen Raum sind rein autozentriert ausgerichtet. Gerade in Städten mit Zubringer- und Pendelverkehr, der lange Staus produziert, reichen elektrische Alternativen schon lange aus, um die Strecken zu bedienen. Neben Mitfahrdiensten, die die oft nur mit einer Person besetzten Autos füllen, haben elektrische Alternativen großes Potenzial: Mehr als 150 km müssen selten zurückgelegt werden und das können moderne Elektroautos gut leisten.

Wie darf man sich die Entwicklung eines Konzepts konkret vorstellen? Kommen Kommunen und Unternehmen direkt auf Sie zu?

In der Regel kommt man ins Gespräch, indem die Kommunen durch Projekte, die wir schon umgesetzt haben, oder über Veranstaltungen auf uns aufmerksam werden. Ausgangspunkt ist für uns immer: Welche Probleme bestehen in der jeweiligen Kommune? Bei unserem größeren Projekt in Bad Säckingen waren das zum Beispiel die Erhaltung des Kurstatus, aber auch die Verkehrsdichte. Schnell ist aber auch immer die kommunale Entwicklung und die Wirtschafts- und Tourismusförderung einer Kommune Thema. Bei Unternehmen dagegen sind die Schlüsselthemen häufig Parkplatzkosten und der zunehmende Fachkräftemangel. Elektromobilität und Mobilitätslösungen müssen dann so konzipiert werden, dass Mitarbeiter stärker an das Unternehmen gebunden werden. Allgemein sind wir also auf der Suche nach Mobilitätslösungen, die in diese eigentlichen Problemfelder hineinspielen. Wir verstehen uns daher als Realitätsschnittstelle der Elektromobilität, die die Anwendungsseite im Blick hat.

Inwiefern sind Sie dann auch bei der Umsetzung der Konzepte beteiligt?

Nachdem wir ausgehend von der Problemanalyse ein Konzept erarbeitet haben, machen wir Umsetzungsvorschläge. Wir führen diese möglichen Lösungen sehr konkret aus und geben im besten Fall auch an, welche Kosten dabei entstehen. Die Kommune entscheidet z.B. dann, welche Projekte sie umsetzen möchte und, ob wir bei der Umsetzung beteiligt sein werden. Wir versuchen, wenn wir weiter zusammenarbeiten auch immer, innerhalb der Kommune Einheiten zu schaffen und Zellen zu organisieren, die in den Prozess eingebunden sind und mitarbeiten. Den jeweiligen Hauptakteuren vor Ort bieten wir auf Veranstaltungen dann auch die Plattform, die eigenen umgesetzten Projekte vorzustellen. So werden Anreize für weitere Unternehmen geschaffen, ebenfalls in das Thema einzusteigen.

Welche Dienstleistungen bieten Sie konkret an?

Wir haben drei Geschäftsfelder bei der Initiative Zukunftsmobilität. Zum einen bieten wir klassische Beratung an und erarbeiten Mobilitätskonzepte für Kommunen und Stadtwerke. Im Moment arbeiten wir aber auch viel mit Energieversorgungsunternehmen im Bereich Geschäftsfelderentwicklung zusammen. Wir unterstützen die Unternehmen also dabei, profitable Geschäftsfelder zu entwickeln. Aber auch im Bereich Ladeinfrastrukturkonzeption sind wir sehr aktiv. Dabei handelt es sich um überregionale bzw. interkommunale Projekte, bei denen ganze Regionen betrachtet werden.

Bild 1: In der Kurstadt Bad Säckingen baten die Stadtwerke die Initiative Zukunftsmobilität um Unterstützung bei der Entwicklung einer praxisgerechten Ladeinfrastruktur

Bild 1: In der Kurstadt Bad Säckingen baten die Stadtwerke die Initiative Zukunftsmobilität um Unterstützung bei der Entwicklung einer praxisgerechten Ladeinfrastruktur © Initiative Zukunftsmobilität

 

Unser zweites Geschäftsfeld ist die Erarbeitung und das Angebot von IT-Lösungen, die die Erfahrungen aus all unseren Projekten in sich vereinen und umfassende Mobilitätslösungen beinhalten. Wir haben diesen ganzheitlichen Ansatz einmal „Mobilität 4.0“ genannt. Der Grundgedanke war, bestehende Systeme miteinander zu vernetzen, so zum Beispiel Sharing- und Mitfahrdienste mit dem ÖPNV. IT-technisch stößt man bei bestehenden Systemen schnell an Grenzen. Daher haben wir zusammen mit Partnern neue IT-Lösungen entwickelt und sind dabei die ersten Projekte umzusetzen.

Im dritten Geschäftsfeld bieten wir Veranstaltungen wie zum Beispiel Elektromobilitätstage und Events an. Das Weiterbildungsthema haben wir ausgelagert in eine andere Einheit. Aus einem Schaufensterprojekt in Bayern/Sachsen ist der Smart Advisor entstanden, eine Weiterbildung zum Zertifizierten Elektromobilitätsberater der Handwerkskammer in München, die wir gerade nach Baden-Württemberg holen und aufbauen. In diesem Kontext bieten wir selbst auch nebenberufliche Weiterbildungen an, aber auch zielgruppenspezifische Kompaktseminare zum Beispiel für Klimaschutzmanager. Klimaschutzmanager sind eigentlich in der Kommune die richtigen Ansprechpartner für Elektromobilität bzw. nachhaltige Mobilität insgesamt, sind aber selten richtig im Thema. Im Umfeld des ersten Förderkurses des Bundes haben wir auch angefangen, Förderkurse für kommunale Entscheider anzubieten, um sie darin zu schulen, worüber sie eigentlich entscheiden.

 

Bild 2: Bei Veranstaltungen zur Elektromobilität werden Aktuere vor Ort auf die Bühne gebeten, um Anreize für weitere Unternehmen zu schaffen

Bild 2: Bei Veranstaltungen zur Elektromobilität werden Aktuere vor Ort auf die Bühne gebeten, um Anreize für weitere Unternehmen zu schaffen. © Initiative Zukunftsmobilität

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